We Were Promised Jetpacks am 07.09.09 im Pretty Vacant Club in Düsseldorf
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We Were Promised Jetpacks am 07.09.09 im Pretty Vacant Club in Düsseldorf

wewerepromisedjetpacks-01-bigZu erzählen, dass der Pretty Vacant Club zum Wochenstart am Montag, den 07.09.09, voll war, wäre eine  glatte Untertreibung gewesen. Zum Konzert von We Were Promised Jetpacks, einem jungen Viergestirn aus dem stets verregneten Glasgow, fanden sich genug Leute ein, um den roten Keller des Altstadtklubs in eine prall gefüllte Sardinenbüchse mit eingebauter Sauna zu verwandeln. Zum Tanzen war bedauerlicherweise kein Platz mehr, da musste wohl bloßes Nackenschütteln herhalten.

Nachdem das Vorprogramm, Menagerie aus Köln, seine Show beendet hatte, flohen einige vor die Tür, um nach einigen Zügen frischer Altstadtluft zu japsen. Unterdessen hofften einige findige Köpfe, bei genau dieser Gelegenheit einen guten Platz für die Show der vier Schotten ergattern zu können. Damit war allerdings Essig, als dann die ersten Zuschauer sogar während der Umbaupause schon rauchend, trinkend und sich unterhaltend an der Treppe standen. Taktisches Kalkül und ein wenig Rücksichtslosigkeit sorgten aber glücklicherweise dann doch dafür, dass jeder noch seinen Platz bekam.

Der letzte Soundcheck vor der Show ging dann verhältnismäßig schnell über die Bühne, so dass einer tollen Show auf ebenjener nichts mehr im Wege stand, und so machten sich Adam, Michael, Sean und Darren ans Werk.

Sichtlich aufgeregt, schließlich war die Show im traditionsreichen Altstadtetablissement die letzte hierzulande, flog dem bulligen Sänger und Gitarristen Adam als aller erstes das Kabel aus seiner hübschen Telecaster, jedoch genau im richtigen Moment, so dass man das Ganze auch als im Lied eingebautes Break verstehen konnte. Allerdings haderte der nun vollends verwirrte Sänger so sehr mit seinem Kabel, dass das dann leider doch schnell auffiel. Nichtsdestotrotz, Fehler machen Bands ja erst charmant.

Und humorvoll ging es dann den Abend auch weiter: man nörgelte lieb über die Hitze, teilte sein Stagewasser freundlich mit dem Publikum, kündigte nach Beginn des Konzerts lustlos und selbstironisch die erste Single, den Hit „Quiet Little Voices“, an, und hatte sichtlich Spaß auf der Bühne.

Die Band wirkte zwar generell etwas abgekämpft, aber bei Leibe nicht unkonzentriert. Stürmisch unverbraucht kickten sie einen Song nach dem anderen und zogen so auch das Publikum zum Teil mit. Jedoch traute sich keiner wirklich an einem Montagabend die Sau raus zu lassen, so dass die Stimmung ein wenig zu Wünschen übrig ließ. Die Band gab dennoch eine Stunde lang ihr Bestes und hat auch überzeugt, auch wenn bisweilen mit einigen Längen behaftet.

Eine Zugabe gab es, auch nach vehementem „Zugabe“ rufen seitens des Publikums, nicht, aber dafür traf man sie Minuten später zum freundlichen Verkaufsgespräch am Merchandising-Stand. Nur Jetpacks gab es dort keine. Hatten wir die nicht versprochen bekommen?