Live: Ein akustischer Abend mit Joey Cape & Tony Sly
 [ on air ]

Live: Ein akustischer Abend mit Joey Cape & Tony Sly

von Lars Koch. Drei gealterte Punkrocker, drei Akustikgitarren, drei Stunden Musik. Das beschreibt den Donnerstagabend des 18.02. im Kölner Underground eigentlich recht gut. Die drei Akteure waren oder sind hauptberuflich unter anderem  in den Bands LAGWAGON, NO USE FOR A NAME, DRAG THE RIVER und ARMCHAIR MARTIAN tätig. Ein dementsprechendes Publikum füllt den Club dann auch gut aus. Im letzten Jahr war es nicht annähernd so voll, was vielleicht daran liegen könnte, dass der dritte Mann damals nicht Tony Sly sondern Chad Rex hieß.

Wie auch immer, um kurz nach Acht betreten die Musiker Bühne, um erstmal ein paar Witze (situationsbedingt komische Bemerkungen trifft die Sache wohl eher) zu erzählen bevor sie zusammen mit „Alien 8“ beginnen. Nach zwei weiteren Stücken verabschieden Tony Sly und Joey Cape (Foto) fürs Erste wieder, und überlassen es Jon Snodgrass das Publikum zu bespaßen. Kein Problem für den sympathischen Brillenträger, der so gut wie sein ganzes Set auf Zuruf spielt. Besonders „Solo in Soho“ und  Sam Cookes „Having a party“ wissen zu begeistern. Nach einer guten halben Stunde geht es nahtlos mit dem Set von Tony Sly weiter. Neben ein paar Stücken seines Soloalbums „12 Song Program“, sind es vor allem NO USE FOR NAME-Songs, die gespielt werden. „On the outside“, „Life Size Mirror“, „Justified Black Eye“ und „Soulmate“ sorgen genauso für gute Stimmung, wie Jon Snodgrass, der das Ganze mit einem Glas in der Hand und einem Grinsen im Gesicht gelegentlich aus dem Hintergrund kommentiert.

Ähnlich wie bei Tony Sly und NO USE FOR A NAME, sind es dann auch bei Joey Cape die Stücke von LAGWAGON, die auf die größte Resonanz im Publikum treffen. Sehr interessant war dabei Joeys Feststellung, dass er trotz bester Vorsätze nach ein paar vorgetragenen Stücken immer schlechte Laune bekäme, was seiner Meinung daran läge, dass sich die meisten Songs inhaltlich mit dem Thema Selbstmord auseinandersetzten. Aber selbst diese bittere Erkenntnis, kann die Stimmung auf und vor der Bühne nicht trüben.

Beendet wird der Abend mit zwei Coverversionen. Zuerst gibt es „Linoleum“ von NOFX, und als Zugabe wird „Boxcar“ von JAWBREAKER gespielt. Mehr kann man nicht verlangen. Bleibt nur noch festzustellen, dass es immer dann am besten war – sprich am Anfang, am Ende und gelegentlich auch zwischendurch – wenn die drei Protagonisten zusammen auf der Bühne standen und interagieren konnten, beziehungsweise gegenseitig über sich herzogen.