Neulich bei: House of Pain am 19. Juli im Stadtgarten in Köln
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Neulich bei: House of Pain am 19. Juli im Stadtgarten in Köln

Es ist ein zwanzigjähriges Jubiläum was am Abend des 19. Juli im Bürgerhaus Stollwerck in Köln gefeiert wird.

Zu ihrem Geburtstag geben sich HOUSE OF PAIN die Ehre und touren wieder.

Wobei man darauf hinweisen sollte, dass es eigentlich nur die zwei MCs EVERLAST und DANNY BOY sind.DJ LETHAL ist lieber mit den ebenfalls wieder reaktivierten LIMP BIZKIT unterwegs, welche Gründe er dafür hat kann man nur mutmaßen. (Die meisten Fans sind sich allerdings einig: Geld.)

Im Vorfeld gab es sowieso einige offene Fragen. Neben der Freude gab es wie bei jeder anderen Reunion auch eine Menge Skepsis. Was kann, beziehungsweise darf man von der Band überhaupt noch erwarten? Verwechseln hier alte Männer Leidenschaft mit ihrem Bankkonto? Wie sehen die Besucher 2011 auf einer HOUSE OF PAIN Show aus?

Es ist ein gemischtes Publikum, dass erst mal warten muss. Beginn war für 21 Uhr anberaumt, los geht es erst eine Stunde später mit dem SHADOWS Klassiker „Apache“.

 

Darauf folgt das zu erwartende Best Of Programm. „Danny Boy, Danny Boy“, „Shamrocks and Shenannigans“, „Top o‘ the Morning to Ya“, „Back from the Dead“, „Put on Your Shit Kickers“, „Put Your Head Out“ und weitere Hits werden zwar etwas routiniert, aber dennoch motiviert in Richtung Publikum abgefeuert.

 

Neben den beiden MCs wirken dabei noch DJ, Schlagzeuger, Keyboarder und Bassist mit. Die Gitarre übernimmt EVERLAST selbst, und hat das Ding während dem Großteil der Show, selbst wenn er nicht spielt, über der Schulter hängen. Im Gegensatz zum coolen, ruhigen und zurückgelehnten Eindruck den er vermittelt, steht DANNY BOY, der durchgehend gestikulierend auf der Bühne unterwegs ist.

 

Musikalisch kommen die sechs Akteure gut eingespielt auf den Punkt, allerdings ist das ganze so offensiv und nach vorne ausgerichtet, dass es sich wie Funk von und für Hooligans anhört. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem EVERLAST alleine am Mikrofon steht, und neben dem Johnny Cash Cover „Folsom Prison Blues“, Material von seinem Soloalbum anstimmt.

 

Schlusspunkt ist anschließend „Jump Around“. Man merkt, dass ein Großteil des Publikums auf das Stück gewartet hat und dementsprechend euphorisch reagiert. Wohl kaum jemand hätte damit gerechnet, dass die Band (minus DANNY BOY) danach noch mal die Bühne betritt, um drei weitere Bluesnummern zu spielen.

 

Das ist natürlich eine nette Geste, aber alles andere wäre auch nur eine standardisiertes Hitprogramm inklusive dem einem Überhit gewesen. So war es ein angenehmer Abend mit alten Bekannten, die mehr oder weniger in Würde gealtert sind.

Von Lars Koch