filmfrequenz am mittwoch / 16. september
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filmfrequenz am mittwoch / 16. september

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CAPTIVE

Alexander Werth

 

Eine drogenabhängige Mutter und ein Vergewaltiger, der aus dem Knast ausbricht. Das sind die zwei Charaktere, die im Film „Captive“ aufeinandertreffen. Die Mutter wird gespielt von Kate Mara – die habt ihr zuletzt vielleicht im neuen „Fantastic Four“ oder bei „House of Cards“ gesehen. Der Vergewaltiger wird von David Oyelowo gespielt, der zuletzt in „Selma“ Martin Luther King verkörpert hat. In „Captive“ kommen sie also zusammen – aber nicht als Paar oder so, sondern im Gegenteil: Es ist eine Geiselnahme.

 

Ashley ist eine junge, alleinerziehende Mutter. Ihre Tochter lebt aber nicht bei ihr, sondern bei der Tante. Denn Ashley ist drogenabhängig. Sie nimmt Crystal Meth und ist ein körperliches und seelisches Wrack. Sie hätte ihre Tochter gerne bei sich, aber es ist klar, dass sie eigentlich nicht in der Lage ist, ein Kind großzuziehen. Eines Nachts bricht ein Mann in Ashleys Wohnung ein und nimmt sie als Geisel.

 

Der Mann heißt Brian und ist gerade aus dem Gefängnis ausgebrochen. Dabei hat er mehrere Menschen getötet. Brian war im Knast, weil er seine Ex-Freundin vergewaltigt hatte. Aber er leugnet diese Tat, denn er hat eine psychische Störung. Was ihn mit Ashley verbindet: Auch er hat einen kleinen Sohn.

 

Diese zwei kaputten Figuren hocken nun in einer Wohnung aufeinander und wir gucken zu, was passiert. Das ist der Plot von „Captive“. Ein Geiseldrama, so würde ich es nennen. Und das ist auch das Problem, denn mehr ist der Film nicht. Er tut aber so. Denn zuerst wird erzählt, wie sehr Ashley sich Mühe gibt, von den Drogen runterzukommen und ihre Tochter sehen zu können, aber später im Film ist das kaum noch von Belang. Noch krasser ist es bei Brian: Mit seiner psychischen Störung soll die Figur sympathisch gemacht werden, aber das gelingt überhaupt nicht. Denn wir sehen trotzdem, wie er drei Menschen tötet.

 

Daher sind diese beiden Figuren für mich sehr eindimensional und haben keinerlei Tiefgang. Mir persönlich war es egal, was mit ihnen passiert. Während dieser Geiselnahme machen sie zwar eine Entwicklung durch – und das muss ja irgendwie so sein. Aber das ist sehr unglaubwürdig inszeniert. Schade, denn der Film beruht auf einem wahren Ereignis. Und das ist eigentlich so eine krasse, spannende Geschichte, wie sie nur das Leben schreiben kann. Leider ist daraus ein ziemlich langweiliger Film geworden.

 

„Captive“ läuft ab morgen (17.9.15) im Ufa-Palast.

 

SINISTER 2

Alexander Werth

 

Vor drei Jahren kam ein Film raus, bei dem der Bösewicht ein ziemlich Angst einflößender Boogie-Mann ist: „Sinister“. Da ging es um einen bösen Dämon, der Kinder heimsucht und sie zu sich in sein dunkles Reich holen will. Ethan Hawke war da in der Hauptrolle und der Film war sehr erfolgreich. Morgen kommt die Fortsetzung dieses Horrorfilms in die Kinos.

 

Der Dämon Bughuul ist wieder da – und sein nächstes Opfer scheint er schon gefunden zu haben: den kleinen Dylan. Der ist gerade mit seinem Bruder und seiner Mutter in ein neues Haus gezogen. Hier hat Bughuul vor Jahren schon seine Spuren hinterlassen, als eine Familie grausam ermordet wurde.

 

Dylan kriegt es am meisten zu spüren, dass etwas nicht stimmt mit diesem Haus. Er scheint besessen zu sein. Er sieht tote Kinder, spricht mit ihnen und geht mit ihnen in den Keller und schaut sich dort alte Super-8-Filme an. Auf denen sieht Dylan, wie diese Kinder ihre Familien ermordet haben.

 

Hinter all dem steckt der Dämon Bughuul. Und jetzt ist Dylan dran. Auch er soll seine Familie töten. Die einzige Hilfe kommt von einem Polizisten. Von dem, den wir schon aus Sinister 1 kennen. Er will Bughuuls Fluch stoppen und versucht, Dylan und seiner Familie zu helfen. Aber der Kleine scheint schon viel zu tief in den Fängen von Bughuul zu sein.

 

Sinister 2 knüpft da an, wo der erste Teil aufhört. Der Polizist, der da nicht helfen konnte, will es jetzt besser machen. Er will die Familie davor bewahren, getötet zu werden. Es ist fast die gleiche Geschichte wie in Sinister 1, nur diesmal aus der Perspektive des Kindes erzählt. Mir persönlich sind das zu wenige neue Story-Elemente. Und gruselige Schock-Momente gibt es – verglichen mit dem Vorgänger – leider viel weniger. Für sich betrachtet ist Sinister 2 ein durchaus solider Haunted House Horrorfilm. Aber im Vergleich zum erfolgreichen Teil 1, und daran muss er sich nun mal messen lassen, ist er deutlich schwächer. Kein innovativer oder überraschender Dreh in der Handlung und wesentlich weniger schockierend.

 

„Sinister 2“ läuft ab morgen (17.9.15) im Cinestar, UCI und Ufa-Palast.

 

FAST & FURIOUS 7

Alexander Werth

 

„Fast and Furious“ – das sind schnelle Autos, hübsche Frauen und starke Männer. Und es ist eine verdammt erfolgreiche Filmreihe. Im April lief schon der siebte Teil im Kino. Und auch der war ein Riesenerfolg. Das hatte wohl auch damit zu tun, dass es ja der letzte Film mit Paul Walker ist. Der starb Ende 2013 bei einem Autounfall mitten während der Dreharbeiten. Deswegen ist „Fast and Furious 7“ auch ein emotionaler Film. Falls ihr ihn noch nicht gesehen habt, solltet ihr das unbedingt nachholen.

 

Das Markenzeichen der Fast and Furious Reihe sind laut röhrende Sportwagen, die durch die Stadt rasen. In den früheren Teilen waren es noch illegale Straßenrennen. Hier sind es Verfolgungsjagden. Gejagt wird die bekannte Truppe um Dominic Toretto, gespielt von Vin Diesel. Und der Jäger ist ein gewisser Deckhard Shaw, ein Elitesoldat und eiskalter Profikiller – hervorragend verkörpert von Jason Statham. Shaw will Rache für seinen verkrüppelten Bruder – und deswegen Toretto und sein Team töten. Die wiederum wehren sich natürlich und wollen Shaw zuvorkommen. Um ihn aufzuspürgen, brauchen sie ein hoch entwickeltes Spionage-Gerät namens God’s Eye. Das kann sich in alle elektronischen Geräte auf der Welt einhacken – und das gleichzeitig.

 

Um an God’s Eye ranzukommen, geht es rund: Toretto und seine Leute lassen sich in ihren Autos aus einem Flugzeug fallen. Es geht nach Abu Dhabi, wo sie mit einem Luxus-Sportwagen durch drei Wolkenkratzer fliegen. Und der Showdown ist eine Verfolgungsjagd auf den Straßen von L.A. mit Auto, Helikopter und Drohne. Das ist es, was Fast and Furious 7 ausmacht: Der Film ist ständig over the top, mega übertrieben und hat nichts mit der Realität zu tun. Und das macht ihn zu einem verdammt guten Film. Und zwar nicht nur zu einem guten Action-Film. Denn auch stille und emotionale Momente gibt es. Toretto zum Beispiel ringt um die Liebe von Letty. Die beiden sind eigentlich verheiratet, aber nach einem Unfall kann Letty sich an nichts erinnern. Weder an die Hochzeit noch an alle anderen schönen Momente mit ihrem Mann.

 

Aber das Emotionalste – und das hatte ich beim Gucken des Films ständig im Hinterkopf – ist: Das sind die letzten Szenen, die Paul Walker drehte, bevor er starb. Und dem wird mit dem Ende des Films ein toller und würdiger Abschied bereitet. Auch das kitschig und sehr dick aufgetragen. Aber weil der Film das von Anfang bis Ende konsequent durchzieht, ist es super. Fazit: Fast and Furious 7 ist Spitzenunterhaltung mit genial choreographierter Action, einer guten Prise Humor und kitschigem, aber so gerade noch passendem Gefühl.

 

„Fast & Furious 7“ ist jetzt neu auf DVD und Bluray erhältlich.

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