„we are happy now“ wegen friska viljor
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„we are happy now“ wegen friska viljor

Auch wenn Daniel Johansson und Joakim Sveningsson von Friska Viljor
aussehen, als seien sie dem tiefsten Lappland entflohen, ist ihre Musik
alles andere als hinterwäldlerisch.
Das Schweden-Duo hat am 16.02. im zakk einmal mehr unter Beweis gestellt,
welche musikalischen (Live-) Qualitäten sie vorzuweisen haben. Auf ihrer zweiten Deutschlandtour haben Friska Viljor ihr nicht ganz so neues
drittes Album „For New Beginnings“ vorgestellt, dass den beiden
Vorgängeralben „Bravo“ und „Tour de Hearts“ in nichts nachsteht. Der gewohnt folkig-poppige, meist Herzschmerzbesingende Sound des skandinavischen Duos ist auch auf dem neuen Album wiederzufinden. Der Abend in der zakk Halle wurde eingeleitet von Lena Malmborg samt Gitarre. Die Schwedin ist nicht nur Freundin von Friska Viljor Mitglied Daniel Johansson, sondern ganz nebenbei eine hervorragende Sängerin,  die mit ihrem Soul und Blues Sound das Publikum auf einen wundervollen Abend vorbereitete.
Nach einer sich zugegebenermaßen ewig ziehenden Pause, ließen sich dann auch endlich Friska Viljor und ihre bärtige Band auf der Bühne blicken. Ihre Markenzeichen-Outfits, die schmuddeligen, weißen Feinripp-Hemdchen haben die zwei Herren an jenem Abend allerdings im Schrank gelassen und sich stattdessen mit Frack und roten Schleifchen (!) um den Hals richtig
in Schale geschmissen. Und auch sonst war den beiden nichts anzumerken von der Rock’n’Roll-Attitüde und dem Hang zu Hochprozentigen, die Friska Viljor so gerne nachgesagt werden.
Nach ein paar technischen Startschwierigkeiten legten Daniel und Joakim inklusive Band aber eine derartig mitreißende und charmante Show hin, dass jegliche anfängliche Skepsis verflogen war.Neben Stücken aus dem neuen Album „For New Beginnings“ performten Friska Viljor auch altbekannte Stücke wie „Gold“ , „Puppet Cabaret“ und „On And On“ aus den letzten beiden Alben. Live auf der Bühne ging der  Charme und die Authentizität von Friska Viljors Musik übrigens keineswegs verloren. Im Gegenteil: Unprätentiös und individuell gestaltete sich das Konzert zu einem echten Live-Erlebnis. Dafür sorgte dabei nicht nur die raue, einzigartige Stimme von Joakim Sveningsson (der sich nicht scheut, die Tonleiter stimmlich ein paar Oktaven hoch zu klettern) , sondern auch die augenscheinliche Dynamik zwischen allen auf der Bühne stehenden Musikern . Es war unverkennbar, dass Friska Viljor eine Menge Spaß bei der Arbeit hatten. Und ihre positive Stimmung übertrug sich eins zu eins auf das Publikum: Ob bei ruhigen Songs wie „Die Die Die“ oder rhythmischen, tanzbaren Stücken wie „Hey You“,  Friska Viljor schafften es ganze 1 ½ Stunden lang, das Publikum zu fesseln und ihm ein Konzert zu bieten, dass richtig Spaß macht.
Als die Show irgendwann dann doch zu Ende ging, hatten die Leute aber noch längst nicht genug.  Nach zwei Zugaben war allerdings definitiv Schluss und der Saal leerte sich. Was blieb, war ein zufriedenes Lächeln und ein sicheres Gefühl: „We are happy now“!

Ein Beitrag von: Marie Beckmann